Wenn sein Flüstern nicht gehört wird, schreit der Körper
- nataschamasjuk
- 10. Juni
- 1 Min. Lesezeit

Oft behandeln wir unseren Körper wie etwas Selbstverständliches. Er soll funktionieren, belastbar sein und jederzeit Leistung bringen. Schwäche passt nicht in unseren Alltag. Müdigkeit wird ignoriert, Schmerzen verdrängt, Erschöpfung übergangen.
Fast so, als würden wir den eigenen Körper nur dann akzeptieren, wenn er keine Probleme macht.
Wenn unser Körper Hilfe braucht, ist er selten laut. Er flüstert. Er flüstert durch Müdigkeit nach zu wenig Schlaf. Durch Verspannungen nach Wochen voller Stress. Durch innere Unruhe, Kopfschmerzen oder das Gefühl, ständig erschöpft zu sein.
Doch oft hören wir nicht hin.
Oder wollen nicht hinhören.
Denn das Flüstern des Körpers stört den Ablauf, die Arbeit, die Erwartungen des Alltags.
Also machen wir weiter.
Noch ein Kaffee.
Noch ein Termin.
Noch ein Tag ohne Pause.
Und wenn es nötig wird, ist auf Pharmazie immer Verlass.
Der Körper wird oft wie eine Maschine behandelt, die bloß nicht schlappmachen darf.
Als hätte er keine Grenzen.
Keine Bedürfnisse.
Keine Schwäche.
Und plötzlich flüstert der Körper nicht mehr....
Dann schreit er.
Manchmal durch Schlaflosigkeit.
Manchmal durch chronische Schmerzen.
Durch Panikattacken, völlige Erschöpfung oder Krankheiten, die uns zum Stillstand zwingen.
Was plötzlich wirkt, war oft ein langer Weg.
Bevor es jedoch zum Schreien kommt, sollten wir Warnsignale nicht als Störung betrachten, sondern als Einladung: langsamer zu werden und achtsamer mit uns selbst umzugehen.
Denn der Körper beginnt selten mit einem Schrei. Meist flüstert er lange genug vorher.



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